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Master of Science - Modulbewertungen

Die nachfolgenden Tabellen sollen Euch eine Übersicht geben, wie ich die zentralen Theoriemodule des MSE-Studiums empfunden habe. Ich weise Euch darauf hin, dass es sich hierbei um meine persönliche Meinung handelt - andere Studenten können das, je nach Dozent und Modul, ganz anders sehen. Auch können die Werte in jedem Jahr anderst aussehen - gerade die Schwierigkeiten der Prüfungen hängen stark von den einzelnen Jahren ab. Weiter habe ich zu jedem Modul noch einen kurzen Kommentar geschrieben, der zusätzlich zur Bewertung noch einige persönliche Gedanken enthält.

Technisch-wissenschaftliche Module

  Interesse Verständlichkeit Schwierigkeit Aufwand Prüfung
Information Visualization & UI sehr interessant verständlich einfach hoch einfach
IT-Security interessant normal normal gering schwierig
Mobile Devices normal normal normal normal schwierig
Mobile Systems and Appli. normal unverständlich normal gering einfach
Software Engineering normal verständlich normal hoch normal

Information Visualization & User Interfaces

Mein Lieblingsmodul im ersten Semester. Wie der Titel des Moduls bereits sagt ist es thematisch in zwei Teile gegliedert: 7 Wochen über Information Visualization und 7 Wochen über Advanced User Interfaces. Die erste Teil (IV) vermittelt interessantes Allgemeinwissen (Farben, Schriften, Darstellungsmöglichkeiten, ...), ging für meinen Geschmack aber klar zu wenig tief. Ausserdem war einer der beiden Dozenten (Doulis) eine Zumutung: seine Vorlesung bestand aus einer wirren Abfolge von Webseiten, welche er im Browser öffnete. Auf seinen Folien fand man leider auch nicht viel mehr als diese Links - schade!

Der zweite Teil (AUI) beschäftigte sich mit multimodalen User Interfaces. Konkret: Sprach-, Gesten- und Handschrifterkennung sowie Virtual Reality, Augmented Reality und Haptics. Besonders die Vorlesungen zu Virtual Reality und Augmented Reality waren sehr lehrreich und ansprechend präsentiert. Dazu hatten wir nach Semesterende noch die Möglichkeit, in Biel ein VR-Labor zu besuchen.

Einen grossen Nachteil hat allerdings auch dieses Modul: die Übungen. Diese bestehen nämlich aus zwei Miniprojekten (je knapp 10 Seiten), welche anstelle der Übungen absolviert werden müssen. Leider haben diese Projekte nur am Rande etwas mit den Themen der Vorlesung zu tun und sind somit ein überflüssiges Übel.

IT-Security

Diejenigen Studenten, welche an der HSR bereits Internetsicherheit 1 und 2 besucht haben werden viele Themen dieses Moduls bereits kennen. Ein kurzer Abriss der Themen: Grundlagen der Kryptologie, symmetrische und asymmetrische Verschlüsselung, Core Security Technolgies, Robust Programming, Buffer Overflows, Intrusion Detection Systems und Penetration Testing.

Die Qualität des Unterrichts hängt sehr stark vom Dozenten ab. Rennhard (Winterthur) und Grun (Buchs) machten einen super Job, Portmann (Luzern) und Nicola (FHNW) waren eine Zumutung. Portmann wurde "genötigt" in English zu unterricht und stotterte als Folge dessen 2 Stunden vor sich her. Nicola erweckte den Eindruck, dass er selber keine Ahnung von der zu vermittelnden Materie hat. Ironischerweise waren auch die Prüfungsteile von diesen beiden Herren bestenfalls als "fragwürdig" zu bezeichnen. Ich hege den starken Verdacht, dass dies eine Retourkutsche für die schlechte Dozentenbewertung zum Semesterende war.

Mobile Devices

Eigentlich ein interessantes Thema, welches leider nicht besonders toll präsentiert wird. Der Stoff gliedert sich in drei Teile: Hardware, Betriebssysteme und Softwareentwicklung. Der Hardware-Teil war zum einschlafen langweilig: endlose Folien zu immer denselben Themen (low-power, low-cost, so klein als möglich, ...). Nach 5 x 2 Vorlesungen zum Hardware-Thema wusste ich in etwa gleich viel wie vorher.

Der zweite Teil (Betriebssysteme) wurde dann besser: Dozent Studer aus Chur präsentierte die Themen "Symbian" und "Windows Mobile" hervorragend und konzentrierte sich auf das wesentliche. Schade nur: wer in Rapperswil studiert und dabei das Modul "Betriebssystemkonzepte" hat, der wird hier nicht mehr viel Neues lernen können (was natürlich kein Nachteil sein muss :-)).

Der dritte und letzte Teil (Softwareentwicklung) behandelt schliesslich verschiedene Plattformen und Frameworks (Java ME, .NET CF, Google Android, iPhone, ...). Aus meiner Sicht der interessantes Teil, leider wurde auch dieser, wie bereits der erste Part, sehr schlecht präsentiert. Herr Egli verzettelte sich regelmässig in völlig unwichtigen Themen (z.B. der ISO/OSI-Stack) wodurch sehr viel Zeit sinnlos vergeudet wurde. Schlussendlich muss ich sagen, dass ich jetzt eigentlich nur Java ME wirklich gut kenne - und weiss, wie ich im Visual Studio ein GUI für eine C#-Anwendung zusammen klicken kann. Aber gerade die interessantesten Plattformen (Google Android, Apple iPhone) wurden nur "theoretisch" behandelt - schade!

Mobile Systems and Applications

Die Themenliste des Moduls (GSM, Satellitenkommunikation, Satellitenortung, DVB, Indoor Location, Mobile Payments, Multimedia Applications, WLAN, ...) liest sich sehr interessant. Allerdings ist das Modul völlig überladen: viel zu viele Themen in viel zu wenig Zeit. Dazu 5 (!) verschiedene Dozenten, wovon meiner Meinung nach einer so halbwegs und einer überhaupt nicht zu gebrauchen waren. Besonders Dozent "El Maliki" (heisst wirklich so) war eine Zumutung: In meinen 3.5 Jahren Studium habe ich noch NIE so konzeptlose und unmotivierte Vorlesungen ertragen müssen.

Der Typ war so schlecht, dass ich dringend davon abraten muss, dieses Modul zu besuchen. Eigentlich schade, denn die Herren aus Chur (Zogg, Studer) machten einen super Job zu ihren Themen. Für mich war dieses Modul die grösste Enttäuschung im ersten Semester.

Software Engineering & Architectures

Zu diesem Modul gibt es eigentlich nicht viel sagen: wer bereits an der HSR Software Engineering besucht hat wird einige Themen kennen und in den übrigen Themen gut mithalten können. Die Themenauswahl ist bunt zusammengewürfelt: eine klare Linie gibt es deshalb nicht, vielmehr werden im Wochenturnus diverse Aspekte des modernen Software Engineering präsentiert (auch das kennen wir bereits vom SE an der HSR :-)). Ich empfand es als angenehm, mein Wissen auf verschiedenen Gebieten auffrischen zu können.

Abschliessend eine Warnung: auch mit umfangreichen Vorkenntnissen ist das Modul mit einem hohen Aufwand verbunden, da wöchentlich eines oder mehrere Paper abgegeben werden, welche neben den eigentlichen Unterrichtsinhalten im Selbststudium erarbeitet werden müssen. Die Inhalte dieser Papers sind dann auch Bestandteil der Prüfung. Mit einer seriösen Durcharbeit und Aufbereitung dieser Unterlagen ist man schnell über einer Gesamtarbeitszeit von 90 Stunden, welche für die 3 ECTS empfohlen wären.

Theoretische Grundlagen - Module

  Interesse Verständlichkeit Schwierigkeit Aufwand Prüfung
Kryptologie & Codierungsth. interessant verständlich normal hoch normal
Statistik & Datenanalyse langweilig normal normal hoch normal
Stochastic Modelling normal normal schwierig normal schwierig

Kryptologie & Codierungstheorie

Ein Höhepunkt des ersten Semesters. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Modul aus der theoretische Grundlagen-Kategorie in meine Favoriten aufnehmen würde - dennoch ist das Modul sehr interessant und vor allem perfekt präsentiert. Der unterrichtende Dozent (Willi Meier) fand eine geniale Mischung zwischen mathematischen Definitionen und praxisnahen Anwendungen. Dazu lässt er regelmässig unglaublich witzige Äusserungen wie "That's a nasty business, I can tell you!" oder "I know you don't like this at all!" fallen :-).

Für einen Informatik-Studenten ist Krypto schon fast so etwas wie ein Pflichtmodul: ohne grosse Vorkenntnisse kann man dem Stoff (nach anfänglichen Startschwierigkeiten!) gut folgen und lernt dabei erst noch etwas, was man im Berufsleben wirklich brauchen kann! Ich empfehle Euch dringend, dieses Modul zu besuchen - es lohnt sich!

Angewandte Statistik & Datenanalyse

Da ich Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik an der HSR ziemlich nützlich empfand war es eigentlich fast klar, dass ich dieses Modul besuchen würde. Da weiter die Voraussetzungen nicht besonders hoch waren und ich irgendwie 3 Mathematik-Module bestehen musste, fiel meine Wahl auf AS&D. Wie viele andere Module wurde auch der Unterrichtsstoff dieses Fachs auf zwei Dozenten aufgeteilt.

Im ersten Teil lernt man bei Marcel Steiner-Curtis (FHNW) Grundlagen zur Prozesskontrolle und den zugehörigen Kontrollkarten. Die restlichen 9 Wochen verbringt man dann mit Andreas Ruckstuhl (ZHAW) und der Regressionsrechnung. Der erste Teil ist ganz klar unterhaltsamer und ansprechender präsentiert als der zweite Teil. Ausserdem ist der Stoff ziemlich umfangreich, da fast jede Woche ein anderes Thema behandelt wird. Auch die Übungen haben es in sich: möchte man diese ohne das vorherige Lesen der Lösungen durcharbeiten, so kann man gut und gerne 3 Stunden pro Woche einrechnen.

Alles in allem ist das Modul so durchschnittlich. Der Stoff ist weder besonders interessant noch nützlich, zumindest nicht für IT-Leute. Dennoch kann (oder muss) ich das Modul empfehlen, da man hier relativ "einfach" Punkte in dieser Kategorie sammeln kann.

Stochastic Modelling

Das Modul klingt gemäss Modulbeschreibung ziemlich harmlos: Analysis 1 sowie Wahrscheinlichkeitsrechnung werden vorausgesetzt. Lasst Euch aber sagen: das Modul ist knallhart. Nachdem in den ersten 3 Wochen die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung durchgearbeitet wurden geht's los mit stochastischen Prozessen. Von diesen 4 Wochen mit Fouriertransformation und  grässlichen Integralrechnungen habe ich, optimistisch geschätzt, knapp 20% begriffen. Zum Glück für mathematisch unterentwickelte Informatiker wie mich (*g*) zeigte sich Dozent Filliger gnädig und erliess uns diesen Teil für die Prüfung.

Ab Woche 08 wird es dann einfacher: es folgen Markov Ketten. Mit Kenntnissen zu Automaten und Graphen kann man dem Stoff für knapp 4 Wochen sehr gut folgen. Dazu lockerte ein Kollege von Filliger den Stoff mit einem realen Anwendungsbeispiel (Spracherkennung) auf. Dieser Einschub war genial vorbereitet und super präsentiert. Ein dickes "Dankeschön" an Monsieur Pretre!

Die letzten Wochen werden dann nochmals etwas schwieriger: es geht um Warteschlangen-Modelle ("Besucher betreten ein Postamt mit Rate X... *bla bla bla* Wie viele Besucher befinden sich im Durchschnitt im Postamt?"). Auch hier müsste ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich den Stoff vollständig verstanden habe. Aber immerhin hat es zum Lösen der zugehörigen Prüfungsaufgabe gereicht. ;-)

Abschliessendes Fazit: wer sich in knapp 7 Wochen nicht entmutigen lässt wird anschliessend mit einem sehr interessanten Thema belohnt. Die Prüfung war meiner Meinung nach fair: wenn Herr Filliger uns wirklich in die Pfanne hauen hätte wollen wäre das problemlos möglich gewesen ;-).

Kontextmodule

  Interesse Verständlichkeit Schwierigkeit Aufwand Prüfung
Global Markets & CCC sehr interessant verständlich einfach normal normal
Privacy & Law interessant verständlich einfach normal einfach

Global Markets & Cross Cultural Competences

Bei GlobMarkCCC handelt es sich um mein Lieblingsmodul im Frühlingssemester 09. Die drei Dozenten überzeugten fachlich und vermittelten interessantes Wissen in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, bzw. der interkulturellen Zusammenarbeit. Die Themen sind auch nicht besonders schwierig und ohne Vorkenntnisse zu verstehen.

Das Modul selber besitzt keine wöchentlichen Übungen. Dafür muss man in Eigenarbeit eine Markteintrittsstudie erstellen, welche als Zulassungsbedingung für die Prüfung dient. Die dabei erhaltene Note ist nebensächlich - alle Studenten mit einer Note über 4.0 sind zur Prüfung zugelassen, in die Endbewertung geht der Bericht nicht ein (zumindest nicht meines Wissens). Mit einem Gesamtaufwand von ~10 - 15 Stunden ist der Bericht nicht allzu umfangreich und hilft dennoch bei der Vertiefung der im Unterricht behandelten Themen.

Etwas speziell war die Prüfung: ich denke ich hätte ein ähnliches Resultat erzielt, wenn ich mich gar nicht vorbereitet hätte. Investiert also bloss nicht zu viel Zeit in das Auswendiglernen der behandelten Modelle und Listen (auch nicht dann, wenn sie als Lernziele definiert sind): mit gesundem Menschenverstand und etwas Glück kommt man gut durch. Glück deshalb, da man darauf bauen muss, dass man mit seiner Antwort die Meinung der Dozenten getroffen hat - bei 90% der Fragen gab es nämlich kein eindeutiges "richtig oder falsch".

Privacy & Law

Das Modul wurde zu gleichen Teilen von zwei Dozenten unterrichtet: Frau Sury, Rechtsanwältin für IT-Recht, und Herr Gass, Bundesrichter. Aus terminlichen Gründen wechselten die beiden innerhalb des Semesters aber immer mal wieder ab - leider auch zwischen den zu behandelnden Themen. Mangels einheitlichem Skript führte das zu einem "Patchwork"-Unterricht: falls ein bestimmtes Vorwissen fehlte, wurde dieses einfach kurz vermittelt.

Falls man darüber hinweg sehen und sich in der Vielzahl an Unterlagen und Gesetze zurecht finden kann, so lernt man in diesem Modul sehr sehr viel. Besonders schön finde ich auch den hohen Bezug zur Praxis: es werden wirklich Themen besprochen, welche im täglichen IT-Umfeld relevant sind. Für Nicht-IT'ler würde ich das Modul allerdings nur beschränkt empfehlen - die Themenauswahl (besonders bei Frau Sury) war wirklich stark auf Informatiker ausgerichtet.

Ich persönlich würde einen Besuch in diesem Modul empfehlen. Allerdings eine Warnung: es handelt sich hierbei um ein Kontextmodul, welches schon einen gewissen Grad an Arbeit verursacht. Da gibt es sicherlich Kontextmodule, bei welchen man mit weniger Aufwand auch 3 ECTS-Punkte holen kann. Dafür erhält man als Gegenleistung allerdings nützliches Wissen für den Arbeitsalltag.